Vom Nebel zum Napf

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Die Tage werden kürzer. Nun legt sich oft dicker Nebel übers Mittelland. Manchmal sieht man die Sonne lange nicht. Im Unterland ist es dann kalt, während es in höheren Regionen schön und warm ist.

Ist aber Sonne angesagt, dann schwärmen die Schweizer aus wie Ameisen. An sonnigen Wochenenden verlassen sie die nebligen Niederungen. Sie wandern und klettern zu Hunderten auf alle die wunderbaren Aussichtspunkte, die das Land zu bieten hat. Ich lebe im Aargau, da wo der Nebel an manchen Tagen fast zur Haustüre herein kommt. Ist der Wetterbericht gut, dann werde auch ich zur Wanderameise.

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Das Emmental – im Herzen der Schweiz – eine hügelige Landschaft mit Wald und Weiden, ist ein Wandergebiet par excellence. Ich liebe diese Gegend. Hier ist meine Heimat. Hier zieht es mich hin, wenn ich nachdenken muss, und wenn ich Gott und der Schöpfung nahe sein will. Hier gehe ich hin, wenn ich Ruhe und Entspannung brauche, und vom Alltag abschalten will. Aber manchmal haben viele Mitbürger die gleiche Bedürfnisse…

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Es braucht hier keine hochalpine Kletterausrüstung. Es genügen gute Wanderstiefel, eine Jacke, und wer mag, nimmt seine Wanderstöcke mit. Die einzige Bedingung ist Trittsicherheit und Fitness. Denn viele Wanderwege führen steil bergauf.

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Mein Ziel war dieses Mal der Napf – nein, das ist kein Kuchen, und auch kein Gefäss. Sondern der Hausberg der Emmentaler. Von seinem höchsten Punkt aus führen ringsum Eggen, Gräben und Täler hinunter und wer sich die Landkarte ansieht, erkennt aufgrund der geologischen Gegebenheit den Napf als Nabe, die Täler und Gräben mit ihren Bächen und Wegen als Speichen und die Haupttäler als Felge.

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Viele Wege führen auf den Napf. Dieses Mal bin ich bis Langnau im Emmental gefahren, dann Richtung Trubschachen und Fankhaus. Dann weiter bis zur Mettlenalp. Beim Gasthof Mettlenalp kann man parken. Von da aus geht es steil hoch. Eine Stunde Schweiss. Und oben trifft man tausend Wanderer, die das gleiche Ziel wählten. Und die staunend das tolle Panorama geniessen und sich in der Sonne aalen. Es herrschen sprichwörtlich Frieden und Freude.

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Wie die Betreiber des Gasthofes so einen Ansturm bewältigen, ist beeindruckend. Genau wie die unglaublichen Mengen an Erde, die die Wanderer ins Restaurant und auf die Toiletten schleppen. Ich frage mich, wie man das wieder weg kriegt.

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Zurück geht es hintenrum, da ist es nicht so steil, dafür dauert der Abstieg etwas länger als eine Stunde. Und verhungern muss man im Emmental nicht. Hier findet man überall gemütliche Alpwirtschaften und Gasthöfe.

Wenn Sie also diesen Herbst nochmals raus wollen, dann auf ins Emmental!

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Im Westerwald – da weht der Wind so kalt

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Einmal im Jahr verbringe ich ein männerfreies Wochenende und besuche eine Freizeit für Frauen. Das ist immer wieder neu eine positive Erfahrung. Nicht deshalb, weil es da keine Männer hat. Denn genau so, wie die Männer uns brauchen, genau so brauchen wir sie ja auch. Aber losgelöst vom Alltag kann man sich auf sich selbst besinnen.

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Man tauscht sich bei Gesprächen und auf Spaziergängen oft schon frühmorgens aus über das, was speziell Frauen beschäftigt. Man hat Raum um nachzudenken. Über das eigene Leben, über Gott und das, was einen gerade bewegt. Man hat Zeit, sich neue Ziele zu setzen, und wenn nötig, Dinge abzuhaken und hinter sich zu lassen.

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Ein paar Stunden ist man unter sich, muss weder kochen, waschen oder bügeln, und sich um nichts und niemanden kümmern. Und weil einen niemanden beim Nachdenken ablenkt, kann die Frau so richtig abschalten und neue Energie tanken.

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Frauen mögen es, sich mit tief gehenden Themen zu beschäftigen, die sie geistlich weiterbringen und die im Alltag hilfreich und nützlich sind. Das diesjährige Thema war dem Gedanken gewidmet, wie man starke Wurzeln entwickeln kann, um den Stürmen des Lebens standhalten zu können. Jede Frau hat ja ihre eigene Lebensgeschichte, geprägt von allen erlebten Höhen und Tiefen.

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Jeder Mensch kann von seinen eigenen Erfahrungen berichten und dazu beitragen, was helfen kann, um standhafter zu werden. Damit man die Tage besser ertragen kann, von denen wir wünschen, es gäbe sie nicht.

Ein gegenseitiger Austausch ist bereichernd, tröstlich und lehrreich. Das schafft eine tiefe Atmosphäre der Verbundenheit untereinander.

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Wenn dann noch eine wunderschönen Umgebung dazu beiträgt, dass man sich gut fühlt, dann ist so ein Wochenende sozusagen perfekt. Der Westerwald, wo der Wind so kalt wehen soll, zeigte sich von seiner besten Seite. Warmes Herbstwetter, weite Wiesen und Felder, Natur pur.

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Frauen haben es gerne harmonisch und schön. Das fängt schon beim Einrichten des eigenen Heims an und dehnt sich auch oft bis auf den Garten aus. Sie machen es sich selbst und ihren Lieben gerne gemütlich und angenehm. Sie können gute Augenblicke intensiv geniessen, im Wissen darum, dass es auch andere Momente im Leben gibt. Der Aufenthalt in der Natur ist also oft wie ein Spaziergang durch die Stube Gottes, eine Art erweiterte Wohnung.

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Und das, was uns gut tut, dass tut dann auch unseren Familien gut. Man bringt gestärkt neue Eindrücke mit nach Hause. Und ein paar mickrige Fotos, die aber doch davon zeugen, wie schön der Schöpfer unsere Erde gemacht hat.

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Es ist schön im Westerwald, nicht wahr?

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