Am Anfang war kein Prunk…

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Heilig Abend, Weihnachten. Familien versammeln sich, um gemeinsam der Geburt Jesu zu gedenken. Das heisst, wenn sie den Grund und den Ursprung des Festes noch kennen. Oder dann eben einfach, um sich zu beschenken und ein üppiges Mahl im Kreise ihrer Lieben zu geniessen. Das bedeutet viel Arbeit. Man muss organisieren, einkaufen, putzen und einpacken, und zwar rechtzeitig. Es ist eine logistische Herausforderung, die neben den alltäglichen Arbeiten auch noch bewältigt werden muss.

Diese Tage schrieb mir eine liebe Freundin: „Ich staune jedes Jahr wieder, wie viel Mehrarbeit es für die Frauen bedeutet, alles für ein paar schöne Festtage herzurichten. Oft sind es doch die Ansprüche, die wir Frauen selbst an uns stellen?“

Ich fand, dass das etwas an sich hatte und musste ihr beipflichten. Wir möchten es unseren Familien so schön wie möglich machen, damit alle zufrieden sind. Aber es liegt nicht nur an den Frauen. Auch die Angehörigen haben so ihre Vorstellungen, wie es dann sein sollte. Frauen hetzen sich also enorm ab und sind dann an Weihnachten oft völlig erschöpft. Es braucht deshalb manchmal nur sehr wenig, bis an Weihnachten die Tränen fliessen oder sich ein Konflikt anbahnt. Das muss nicht sein. Wir müssen wieder neu lernen, dass weniger einfach mehr ist.

Wir haben vergessen, wie Weihnachten begann: In einem Stall. Da roch es nicht nach Chanel, sondern nach Mist. Da gab es Staub, Dreck, Heu, Stroh, und sicher jede Menge Ungeziefer. Kein Glitzer, kein Prunk, kein Luxus. Wir müssen daher auch kein Fest der Superlative richten. Es passt also, wenn wir es bescheidener und einfacher versuchen zu halten.

Den Fokus an Weihnachten vermehrt auf Jesus zu richten, auf seine Geburt und das was er für uns auf sich genommen hat, das macht Sinn. Weniger backen, weniger Geschenke, aber mehr Zeit für die Menschen, die man liebt.

Denn Zeit ist kostbar. Uns sind gemessen an der Ewigkeit nur ein paar mickrige Jahre vergönnt. Mit der geschenkten Zeit gut zu haushalten ist heutzutage sehr schwierig geworden. Je älter man wird, um so kürzer werden die Tage, Wochen, Monate und Jahre.

Sich also an Weihnachten Zeit nehmen um mit der Familie zusammen zu sein, um mit Freunden gemütliche Stunden zu verbringen und einfach zu sein. Durchatmen, runterfahren, loslassen. Das möge uns allen gelingen.

Fröhliche, gesegnete und entschleunigte Weihnachten!

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