Trooping the Colour

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Trooping the Colour – dieser Begriff wird jetzt hier zweckentfremdet. So nennt sich die jährliche Militärparade im Juni zu Ehren des Geburtstages des amtierenden britischen Monarchen. Der Ursprung dieser Zeremonie liegt im Brauch des täglichen Vorbeitragens (Trooping) und Zeigen der Regimentsfahnen (Colours) für die Soldaten. Denn diese sollten die bunten Fahnen kennenlernen, sehen und im Kampf wiedererkennen.

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Auch der Herbst macht so etwas wie eine Parade und zieht an uns mit Farbenpracht vorbei, bevor der Winter das Land ganz in seine Gewalt nimmt.

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Wer jetzt an sonnigen Tagen nicht hinausgeht, ist selber schuld. Die letzten intensiven Sonnenstrahlen und die letzte Wärme noch richtig reinziehen, das ist ein Muss.

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Sprachgeschichtlich hat das Wort «Herbst» den gleichen Ursprung wie das englische Wort «harvest» (Ernte(zeit). Diese Bedeutung, die durch die naturgegebenen Umstände des Ernten im Herbst gegeben war, blieb im englischen Sprachraum erhalten. Im Deutschen hingegen verschob es sich zur allgemeinen Bezeichnung der Jahreszeit hin.

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Herbst und Ernte hängen zusammen. Wer im Herbst die Ernte nicht einbrachte, der hatte im Winter nichts zu essen. Hungersnöte waren vor unserer Zeit mit den heutigen Möglichkeiten auch in hiesigen Breitengraden häufig. Wer faul war, hatte in Notzeiten erst recht nichts zu beissen.

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Meine Mutter besass einen grossen Gemüsegarten. Hinzu kam in der Nähe des Hofes ein Stück Land, das jedes Jahr an einem neuen Platz für weiteres Gemüse bereit gemacht wurde.

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Das nannte man den „Köchplätz“ oder die „Pflanzung“. Hier säte und pflanzte man alles, was eine Grossfamilie brauchte. Bohnen, Kohl, Wirsing, Kürbis, Lauch, Sellerie, Karotten, Kopfsalat, Rapunzel, Schnittmangold, Rüben, Tomaten, Blumen- und Rosenkohl, Spinat, Brokkoli, Radieschen, Lattich, Rettich und rote Beete.

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Petersilie, Schnittlauch, Dill, Wermut, Kamille, Rosmarin und Thymian, Liebstöckel und Majoran, Pfefferminze und Zitronenmelisse gehörten auch dazu. Etwas fürs Auge durfte nicht fehlen – ein Beet mit Dahlien, Zinnien, Salvien, Studentenblumen, Kosmeen, Rosen und Sonnenblumen.

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War alles reif und ausgewachsen, begann die Erntezeit. Getreide und Kartoffeln wurden eingebracht, und die vielen Obstbäume bescherten meistens reiche Ernte. Dann wurde eingeweckt, Marmelade eingekocht und als es moderner wurde, vieles tiefgekühlt.

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Wenn dann alles geschafft war, spazierte meine Mutter zufrieden durch Keller und Vorratsräume. Sie strich über die sorgsam beschrifteten Einweckgläser mit Birnen, Zwetschgen, Pflaumen und Kirschen. Sie prüfte die vollen Truhen mit getrockneten Kräutern, die Stoffsäcke aus Halbleinen mit gedörrten Kirschen, Bohnen, Apfel- und Birnenschnitzen. Alles musste vor Schimmel und Mäusen geschützt werden. Sie freute sich an dem eingekellerten Gemüse, das sie alles in Sand eingebuddelt hatte, damit es lange frisch blieb.

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Unsere Mutter begutachtete die Lageräpfel und überlegte, ob der Vorrat bis zur Heuernte und bis die ersten Kirschen reif waren, reichen würde. Sie kontrollierte das frisch angesetzte Sauerkraut, die Marmeladegläser und dabei las sie die Etiketten: «Himbeeren, Johannisbeeren, Rhabarber mit Erdbeeren, Kirschen, Brombeeren». War sie fertig, seufzte sie tief. Sie hatte schwer gearbeitet, oft bis tief in die Nacht, und hier waren die Früchte ihrer Arbeit zu sehen. Dann sagte sie jeweils: «So, der Winter kann kommen!»

Das löste bei uns Kindern immer ein Gefühl der Sicherheit und der Geborgenheit aus. Mutti hatte vorgesorgt. Uns konnte nichts passieren. Wir hatten genug, bis wieder etwas wachsen würde.

Mit den Erntehelfern dann Erntedank zu feiern und mit ihnen zu teilen, das war stets krönender Abschluss eines arbeitsintensives Sommers.

Denn man war reich beschenkt worden, von dem, der es hatte wachsen lassen.
Heute hingegen geht man rasch zum Discounter, und hat von nichts mehr eine Ahnung.

Herbst – schöne, goldene Zeit, voller herrlicher Erinnerungen!

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