Zu dir, gehöre ich, grosser Gott.
Du nimmst meine Hand, breitest deine Arme aus und nimmst mich auf.
Was auf der Erde war, ist nicht mehr wichtig;
du erfüllst mein Herz;
ich gehöre dir für immer und ewig.
Psalm 73, 23-25
Der Tod ist nicht das Ende,
nicht die Vergänglichkeit,
der Tod ist nur die Wende,
Beginn der Ewigkeit.
(Verfasser unbekannt)
Abschied
So manches hat mich sehr beschwert
in meines Lebens Lauf,
doch Vergebung wurde mir gewährt
aus Gottes Gnad zuhauf.
Ich hab’s nicht immer auf den Punkt gebracht,
und war nicht stets der beste Knecht.
Was ich hier hab krumm gemacht,
das richte Gott zurecht.
Geliebt hab ich und auch gelitten,
um die, die mir so sehr am Herz,
mit manchen habe ich gelacht, gesungen, auch gestritten
und mitgeweint in Leid und Schmerz.
Geliebt hab ich, die meinem Blut verwandt,
geliebt, die mir in Freundschaft zugewandt.
Was war, das ist vergangen,
vergessen und dahin.
Allein dahin geht das Verlangen,
das Sehnen und der Sinn:
Dass ich dank dem Erbarmen
das durch Jesus mir zuteil,
in Gottes ew‘gen Armen
gefunden hab das Heil.
So geh ich hin in Frieden
in die schöne Ewigkeit.
Was mir auf Erden war beschieden,
ist nun Vergangenheit.
So segne, Vater, alle diese Lieben,
und die mir so kostbar sind,
alle, die zurückgeblieben,
vom Verwandten, Freund, bis hin zum Kind.
Bewahre und beschütze was mir wertvoll war,
und was mir selbst so zugeneigt.
Sei ihnen gnädig immerdar,
bewahre sie vor Not und Leid.
Und Herr, gewähre mir die eine Freud‘:
ein Wiedersehn in Ewigkeit.
Amen
© by Marianne Helena Plüss
25. September 2017
Lustiger Frühling
Wenn der Hahn das Hühnchen rupft
und ihm sacht die Federn grade zupft,
dann ist Frühling, ei der Daus,
und alle gucken froh zum Fenster raus.
Wenn der Frank die Elke küsst,
wo er doch zur Post grad müsst‘,
dann ist Frühling, ei der Daus,
und fröhlich hüpft nun jede Maus.
Und wenn du mit dem Lesen fertig bist
und dies Gedicht zu Ende ist,
dann ist Frühling, ei der Daus,
und die Geschichte, die ist aus!
Worte
Nichts schafft so viel Entzücken
wie mit schönen Worten zu beglücken,
denn von Herzen und noch ehrlich,
sind gute Worte nicht gefährlich.
Missverständnis
Zärtlich stupste einst ein Hahn
seine süsse Henne sachte an.
„Liebste, sag wie wär’s mit einem Ei?“,
fragte er so nebenbei.
Die Henne hat es nicht kapiert
und ihren Gatten arg düpiert.
So sagte sie auch nebenbei:
„Salz und Pfeffer auf mein Ei!“
Die Hummel
Ich sass auf einer roten Blüte,
führte Nektar zu Gemüte.
Ach, wie herrlich war der Honigbrei,
die allerschönste Völlerei!
Doch als ich wollt von dannen fliegen,
konnt’ ich den Bauch nicht in die Höhe kriegen.
Ich plumpste somit völlig matt,
auf ein wunderschönes Blütenblatt.
Ich wollte sachte mich erheben,
da kam ein heftig Wind mit Beben.
So kam das Ganze dann ins Rollen
und ich fiel auf dicke Pollen.
So war das aber nicht gedacht!
Denn schon bald, da kam die Nacht.
Also hiess es sich mit Zappeln
aus den Pollen raus zu rappeln.
Doch es kam ein neuer Hieb,
von einem windgepeitschten Blumentrieb.
Ich verlor somit das Gleichgewicht
und sah die grosse Öffnung ehrlich nicht.
Es folgte nun ein schwerer Sturz,
scheinbar ewig dauernd und doch kurz.
Ich zählte meine wehen Knochen!
Wunderbar, nichts war gebrochen.
Wo war ich nun gelandet?
Ringsum alles pink und gold gewandet.
In den tiefen Kelch der Blume schön?
Hierhin zu fallen war leicht angenehm.
Doch war es nicht einerlei,
denn ich hatte nichts zum Klettern mit dabei.
Also fragte ich die Blüte,
welche Lösung sich mir biete.
Diese war nicht sehr erbaut,
ich hatte ihr den Mittagsschlaf versaut.
Doch mit meinem zartem Summen,
konnte ich die Lady gnädig stimmen.
So war sie mir bald zugetan,
und bot mir ihre Unterstützung an.
„Bohre sanft mit deinem Rüssel
ein Loch in meine Blütenschüssel.
Dann bist alsbald wieder frei.
Und dass dir das zur Lehre sei:
Bleib in Zukunft lieber mässig
und sei nicht so gefrässig!“
Ich begann nun mit dem Bohren
voller Scham mit roten Ohren.
So bekam ich hoch den dicken Po
und war nun grässlich froh.
Rasch stieg ich an die frische Luft,
floh vor dem schweren Blumenduft.
Niemals wollte ich vergessen,
dass in einer Blüte ich gesessen.
Ich würde meine Flüge besser lenken
und in Zukunft daran denken.
Also tippte ich ins Handy rein:
„Heiko, lass das Schlemmen sein!“
Weisheit
Man soll nicht stehlen oder lügen,
niemals irgendwen betrügen.
Denn was ich nicht will das man mir tut,
ist auch nicht für meinen Nächsten gut.
Denn nie ist man zu jung, zu klein,
um ein Gentleman zu sein.