Mein Garten

«Frauen lieben Klatschmohn» – Peter Seharsch, hessischer Maler

Von Ferne höre ich der Strasse Lärm,
doch in meinem Garten herrscht viel Frieden,
Wie habe ich das Plätzchen gern,
ich kann es einfach nichts als lieben.

Stets morgens geh ich in den Garten,
dann sind Licht und Farben einfach toll.
Ich kann es jeweils kaum erwarten,
und sehe Blumen die mit Bienen voll.

So wächst in meinem kleinen Reiche bunt,
was ich gepflanzt mit so viel Fleiss.
Wenn die fette Hummel freudig brummt,
dann ist die Freude mir der Preis.

Oft pflücke ich mir einen grossen Strauss,
und trag im Arm die bunten Blüten,
voller Glück hinein ins traute Haus,
und laufe damit rasch zu dem Geliebten.

Dann stehen sie in einer Vase gross
auf dem Schreibtisch so entzückend schön,
ich sitze dann auf seinem Schoss,
und kann so jedes zarte Blättchen sehn.

Fährt durchs Fenster dann der laue Wind,
verteilt süssen Duft in alle Ecken,
küsst er mich so ganz geschwind,
und will mich wegen meiner Blumen necken.

Dann muss entrüstet ich mich schnelle wehren,
denn für den Sommer wurden sie gemacht,
um Genuss fürs Auge zu bescheren,
damit mir Herz und Seele freudig lacht.

Kein Sommer dauert hier das ganze Jahr,
bald doch fallen Laub und Blätter nieder,
dann ist vorbei was herrlich war,
und gedeiht im neuen Jahr erst wieder.

So will ich den Garten stets geniessen,
egal wie man mich damit neckt.
Mich laben an dem frohen Spriessen,
das jedes Jahr von neuem Freude weckt.

Klatschmohn – einfach schön

Gartenglück

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Lavendel, Sommerflieder, weisse Dahlien, Phlox und Malven blühen. Ein kleines Kind nimmt mich an der Hand.

„Komm mit mir, Blumen gucken!“

Es zieht mich hin zum Blumengarten. Dort bewundert es die satten Farben, hält die Nase an die Blüten. Ich zerreibe Lavendel, damit es daran riechen kann. Es sagt: „Uh, das riecht aber stark!“

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Es sieht die Hummel Bertha, die ihm ihren mit Pollen übersäten, glitzernden Po entgegenstreckt. Das Kind ruft immer wieder: „Ah!“ und „Oh!“ Ich gehe mit ihm dahin, wo die Hummel wohnt. Sie hat es sich mit ihrer Familie im Nistkasten am Haus gemütlich gemacht, da wo sonst Rotschwänzchen hausen. Nun summt es hier Tag und Nacht.

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Wir suchen Schneckenhäuser und finden keine, und auch der Igel hat sich vor der Hitze verkrochen. Er wird erst abends aus seinem Versteck hervorkommen. Ein Zitronenfalter schwirrt um eine Blüte und ein orangefarbener Schmetterling tobt herum. Ich überlege, ob es ein Admiral, ein Distelfalter, ein grosser oder ein kleiner Fuchs ist. Sie sehen sich alle ähnlich und ich muss passen. Den Schwalbenschwanz aber erkennt man problemlos. Fotografieren lässt sich keiner, sie mögen nicht posieren und so schwirren sie davon.

Die Begeisterung des Kindes für die Schönheit des Gartens ist ansteckend. Ich fühle mich reich, gesegnet, privilegiert. Ich habe ein herrliches Plätzchen bekommen und darf es mit andern teilen.

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Wie wird ein Kind, das die Schönheit der Schöpfung noch mit unverfälschten Sinnen wahrnimmt, die Welt in ein paar Jahren sehen? Wird es sich diese kindliche Freude und Begeisterung bewahren können? Wird es auch noch als erwachsene Person voll Freude durch den Garten laufen, die Nase an die Blumen halten und ihren Duft einziehen? Und dann auch ein kleines Kind an der Hand halten?

Ich hoffe und wünsche es mir. Auf dass in meinem Garten immer frohes Lachen erklingen möge…

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