Behalt es nicht für dich!

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Keine Weihnachtsgeschichte

Weihnachten – wenn wir den Begriff hören, denken wir dann an das Ereignis, das vor zweitausend Jahren in Bethlehem geschah? Oder – haben wir es wie so viele andere auch, schlicht vergessen oder verdrängt? Einfach deshalb, weil es viel zu unglaublich klingt, um wahr zu sein?

Wunder sind unfassbare Begebenheiten.

So nennt man dem menschlichen Geist nicht erklärbare oder unglaubliche Ereignisse «Wunder». Weil wir uns wundern, verwundern, und die dem Menschen vernünftig erscheinende Erklärung fehlt.

Ein Wunder geschieht, wenn Unmögliches möglich wird, wenn in grösster Not, Angst und Hoffnungslosigkeit etwas passiert, mit dem man niemals mehr gerechnet hat. Es ist ein Wunder, wenn Dinge geschehen, die zeitlich so perfekt passten, wie sie menschlich gesehen so niemals planbar und organisierbar gewesen wären.

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Unter einem Wunder verstehe ich also ein ganz besonderes Ereignis in Zeit oder Raum oder beidem zusammen, das meinem menschlichen Verstand, den allgemein üblichen Erfahrungen die wir Menschen machen, der allgemeinen Vernunft, dem üblichen Verständnis und den gegebenen Gesetzlichkeiten von Geschichte, unseren Erfahrungen und der Natur scheinbar oder dann tatsächlich ganz entgegen stehen.

Wir denken beim Wort «Weihnachten» oft zuerst einmal an Besinnung, Geborgenheit, Freude und Frieden. Wir sehen in Gedanken den Weihnachtsbaum, traumhafte Winterlandschaften und hören das Gebimmel der Glocken vom Pferdeschlitten. Wir freuen uns auf Geschenke, die Familie, das gemütliche Zusammensein in der warmen Stube und auf das gute Essen. Wir sitzen zusammen, singen, musizieren und lesen unseren Lieben die Weihnachtsgeschichte und andere schöne Geschichten vor. Das Wunder von Weihnachten aber, das der Welt Frieden und Liebe, Vergebung, Freude, und ewiges Leben bringt und bringen will, scheint aktuell vielen nichts mehr zu bedeuten. Das ist ein herber Verlust. Das Wissen und Kennen der Weihnachtsbotschaft, die uns Menschen geschenkt wurde, hat einen Einfluss auf ein Volk. Dieses wunderbare Ereignis wirkt sich auf das Verhalten, die Sozialkompetenz, die Empathie, die Fürsorge für andere, kurz, auf alle Charaktereigenschaften und Tugenden aus. Seien dies nun Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Höflichkeit, Respekt, Anstand, Fleiss, Achtsamkeit, Sorgfalt und Verantwortungsgefühl.

Für viele Menschen sieht die Realität aktuell hingegen ganz anders aus.

Denn ein Jahr mit vielen Terroranschlägen, Konflikten, Kriegen und unglaublich grausamen und verstörenden Pressebildern liegt bald hinter uns. Zahllos die Menschen, die unter absolut unwürdigen Bedingungen leben müssen. Obdachlos, verfolgt, beraubt, ausgebeutet, vergewaltigt, gefoltert, versklavt, krank, hungrig, frierend, völlig verarmt, auf der Flucht. Hunderte, Tausende, Millionen sind es. Ihre Menge ist unzählbar und unüberschaubar geworden. Die Hälfte der Betroffenen sind Kinder. Kinder! Sie alle sind Opfer von grenzenlosen Radikalismus, von erschütternder Arroganz, Selbstherrlichkeit, Terror, Egoismus, Hab-und Raffgier, Neid, Brutalität, Hass und Lieblosigkeit eines unvorstellbaren Ausmasses geworden. Sie sind Opfer von Tätern, die nicht wissen, was sie wirklich tun. Opfer von Menschen, die es nicht wissen wollen und meinen, das Richtige zu tun, das Recht dazu zu haben, andere zu zerstören und die nicht wissen, was «Weihnachten» ist, dass es «Weihnachten» gibt.

Krieg, Elend, Terror dominieren die Nachrichten

Immer mehr Menschen schalten Radio und TV aus, klicken die Nachrichten weg, weil sie es nicht mehr ertragen. Ohnmächtig muss man zusehen, wie die Regierungen sich nicht einigen können und es mit Hilfe harzt. Keiner will sich die Finger verbrennen, eigene Soldaten opfern, Kosten verursachen. Man sieht zu, wie Diplomaten und Regierungschefs am schicken Tisch im edlen Raum, mit teuren Blumen und Premium-Mineralwasser versuchen, zuerst ihre eigenen Interessen möglichst gut zu vertreten, während zeitgleich auf den Schlachtfeldern und in schmutzigen Camps Menschen darben und am Laufband sterben. Ohne Hoffnung auf Hilfe, ohne Zukunft, ohne Perspektiven. Immer geht es dabei um Macht, Landbesitz, Ansprüche, um Öl, um Geschäfte, kurz zusammengefasst, um Geld. Dazu beim eigenen Volk nicht in Misskredit zu geraten, die Ausgaben im Griff zu halten und nicht den Tod von eigenen Landsleuten verantworten zu müssen, um die eigene Wiederwahl nicht zu gefährden. Man sieht voller Furcht tatenlos zu, wie Grausamkeit und Barbarei grassieren und niemand greift zugunsten von Verfolgten ein. Die eigene Haut ist kostbar, die Angst, das Richtige zu tun, das vielleicht dann doch falsch sein könnte, lähmt. Und so leben wir inmitten einer angstvollen auf der einen und barbarischen Weltgemeinschaft auf der andern Seite, die langsam aus den Fugen gerät. Resignation, Angst und Hoffnungslosigkeit machen sich breit…

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Es scheint, dass der hiesige Normalbürger wenig tun kann. Er kann beten und hoffen. Er kann mit Spenden etwas vom Überfluss abgeben und Hilfswerke unterstützen. Er kann Regierungen und Politiker anschreiben und auf Social Media protestieren. Angesichts der unglaublichen Not scheint aber alles was man tut, schlichtweg nutzlos, und sämtliche fromme, beruhigende und tröstende Floskeln sind gefühlt nichts als hohle Worte.

Die gesamte Menschheit hat furchtbare Zeiten hinter sich.

Die Welt hat nichts gelernt. Trotz genialer, vorher nie da gewesener Errungenschaften. Eine Blutspur zieht sich von einer Generation zur andern. Mächtige, blutrünstige Herrscher kamen und gingen. Völker wurden ausgerottet und unterjocht. Die Menschheit ist und bleibt lernresistent, und man wundert sich, dass sie sich noch nicht selbst ausgelöscht hat.

Das Wissen um diese Tatsache hat wohl Martin Luther (1483-1546) dazu verleitet, zu sagen: «Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.»

Was würde geschehen, wenn viel mehr Menschen erfassen würden, was es heisst, den Sinn von Weihnachten im Herzen zu haben? Würden dann nicht viel mehr Apfelbäume gepflanzt? Würden dann nicht mehr Menschen gerettet und mit mehr Respekt behandelt werden? Würde nicht viel mehr Kindern geholfen werden, und würde nicht viel mehr Gutes getan werden? Würde es nicht weniger Eigennutz, Egoismus, Gewalt, Brutalität, Gier, Neid, Eifersucht und Hass geben? Würden nicht viel mehr Menschen begreifen, dass Schlechtigkeit furchtbare Folgen hat? Und dass jeder Mensch ein Recht auf Zukunft hat?

Wer also weiss, was die Geburt Jesu in diesem armseligen Stall damals in Bethlehem bedeutet, soll sich nicht schämen, die beste Botschaft aller Zeiten von der Geburt Jesu weiterzugeben.

Wie kann man für sich behalten, dass es in dunkelsten Zeiten Hoffnung, Frieden, Vergebung und einen Neuanfang gibt?

Wir sollten fröhlich, stolz und mit Freude davon zeugen, was die Weihnachtsgeschichte in unserem eigenen Leben Gutes ausgelöst hat, welche Wunder uns widerfahren sind, und welche besonderen Führungen wir erlebt haben.

Wer einen Baum ausreisst, hat nichts mehr von ihm. Es bleibt ein Loch zurück. Seine Blüten erfreuen im Frühling nicht mehr. Bienen finden keinen Nektar mehr. Er kann keinen Schatten mehr spenden. Man zersägt ihn, und verbrennt das Holz. Es bleibt nur staubige Asche.

Wo aber ein Baum gepflanzt wird, da pflanzt man etwas für die Zukunft. Denn eines Tages wird er herrliche Blüten und reiche Frucht tragen.

Frohe Weihnachten, Frieden und Gottes Segen!

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Dankbarkeit – wofür – wozu?

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Was genau ist eigentlich Dankbarkeit? Denn Dankbarkeit kennt man in jeder Kultur und in jeder Weltreligion und praktiziert sie entsprechend den herrschenden Gepflogenheiten.

Dankbarkeit ist eine Empfindung, ein positives, ethisches Gefühl, eine innere Haltung, womit man besagt, dass man dankbar ist für etwas, das man erhalten hat, oder voraussehbar erhalten wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um etwas Materielles oder Immaterielles handelt. Dem Göttlichen gegenüber dankbar sein, einem andern Menschen gegenüber, oder einfach gegenüber der Existenz, dem Sein, das alles sind mögliche Formen der Dankbarkeit.

Erst so um das Jahr 2000 herum begann man innerhalb der Psychologie mit dem systematischen Studium der Dankbarkeit. Die Psychologie hatte sich ja bis anhin nur mit den negativen Emotionen der Menschen beschäftigt, mit Wut, Angst, Trauer, Hass, Depressionen, Pessimismus und so weiter. Es ging hier um Störungsbehebung und das Lösen von Konflikten. Die neu entstandene, positive Psychologie hingegen befasst sich mit Emotionen wie Freude, Glück, Vertrauen, Geborgenheit, Optimismus, und damit rückte auch die Dankbarkeit in den Fokus der Fachleute.

Untersuchungen haben gezeigt, dass es eine Korrelation zwischen Dankbarkeit und Wohlbefinden gibt. Wer dankbar ist, fühlt sich subjektiv besser, er ist psychisch stabiler, ist zufriedener, glücklicher und lebt glücklicher mit dem was er hat, ohne dass er meint, er sei zu kurz gekommen, er habe weniger Erfolg gehabt und die andern würden mehr besitzen. Ein dankbarer Mensch ist also weniger neidisch, eifersüchtig und frustriert, weniger depressiv, weniger krank und weniger gestresst.

Er hat die besseren sozialen Beziehungen, ist weniger zänkisch, dafür gelassener und die Lebenszufriedenheit liegt auf einem höheren Niveau. Seine Umgebung, sein persönliches Wachstum, das Selbstwertgefühl und die Selbstsicherheit sind besser. Ein dankbarer Mensch kann besser mit komplizierten, schwierigen Lebenssituationen und dramatischen Veränderungen umgehen. Dankbarkeit hilft, in den dunklen Zeiten des Lebens das seelische Gleichgewicht besser zu halten.

Dankbare Menschen können besser mit Problemen umgehen. Es fällt ihnen leichter, sich ihnen zu stellen und sie dann auch zu bewältigen oder herauszufinden, wie man etwas auf eine gute Art umgehen oder angehen kann. Sie finden eher Lösungen und suchen bei Schwierigkeiten nicht die Ursache zuerst immer gleich bei sich selbst. Sie sind weniger anfällig für Alkohol- und Drogenmissbrauch und sie schlafen besser. Weil sie vermutlich vor dem Einschlafen eher gute Gedanken hegen.

Den Untersuchungen gemäß ist Dankbarkeit ein ausgesprochen relevanter Faktor für die psychische Gesundheit unserer Charakterzüge.

Außerdem gibt es einen Zusammenhang zwischen Dankbarkeit, Empathie, Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft. Ein dankbarer Mensch kann sich also leichter in andere hineinversetzen und daraus entsteht das Bedürfnis zum Teilen und Helfen. Ein dankbarer Mensch ist großzügiger und eher bereit, für einen andern etwas zu tun. Er ist eher in der Lage, auf etwas zu seinen Gunsten zu verzichten, und dafür dort etwas zu investieren, wo es anderen, mehreren zugute kommt.

Der Mensch ist nicht automatisch von Geburt an dankbar. Dankbarkeit muss und kann man lernen. In unserem Kulturkreis gehört das Danken zu den guten Umgangsformen. Wer das negiert, macht sich unbeliebt. Wie die Familie, deren Kinder sich niemals für ein Geschenk bedankten. Weder bei Paten, Grosseltern noch bei Freunden. Darauf angesprochen, sagten die Eltern stolz: „Unsere Kinder sind eben so. Die bedanken sich nicht, und sie müssen sich auch nicht bedanken, wenn sie das nicht wollen!“ Das kam nicht gut an. Es war klar, dass die Kinder bald einmal nichts mehr kriegten.

Wenn Eltern Kindern das Danken nicht beibringen, werden sie es nicht von selbst lernen. Als Erwachsene werden sie später als Leute mit schlechten Manieren abgetan. Kinder lernen Zähneputzen nach dem Essen auch nicht von selbst. Das muss ihnen ebenso beigebracht und dann antrainiert werden.

Danken ist also ein Bestandteil unserer Kultur und gehört zum guten Umgangston. Wer sich bedankt, drückt Wertschätzung aus und würdigt damit die Bemühungen oder die Aufmerksamkeit, die man seinetwegen auf sich genommen oder ausgedrückt hat.

Der Dank wiederum löst bei dem, der etwas gegeben hat, auch positive Gefühle aus. Seine Bemühungen den andern zu ehren und ihm etwas gegeben zu haben, wurden gewürdigt. So sind der Beschenkte wie der Schenkende, der Nehmende wie der Gebende die Beschenkten.

Wer das Danken lernt, der lernt zu schätzen was er hat, ohne auf das zu gucken, was er nicht hat, und es hilft ihm, keine unrealistischen Ansprüche zu entwickeln. Er lernt, dass Dinge wie politischer und sozialer Friede, Gesundheit, Nahrung, Heimat und Arbeit nicht selbstverständlich sind. Er ist sich mehr bewusst, dass er von Gott und seiner Gnade abhängig ist.

Nach Notzeiten haben unsere Vorfahren vor rund hundertachtzig Jahren den Eidgenössischen Dank-, Buß- und Bettag eingeführt. Angesichts der dramatischen Weltlage ist es sicher nicht falsch, wenigstens einmal im Jahr national intensiv dafür zu danken dass man es gut hat und dass die Verhältnisse noch stabil sind. Wissen wir denn, was morgen sein wir? Werden wir heute Abend noch leben, morgen noch gesund sein und übermorgen noch Arbeit haben? Werden wir in zwanzig Jahren hier noch in Frieden leben? Wir wissen es nicht.

Rund sechzig Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Auf Deutschland angewandt, würde dass heißen, dass von vier Deutschen drei ohne Heimat sind. Wer das Glück hat, es besser getroffen zu haben, sollte mit Dankbarkeit großzügig umgehen.

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Dankbarkeit kann man üben. Gott jeden Tag bewusst für das Gute danken – für den leckeren Kaffee, das warme Bett, die Arbeit, für das Lachen eines Kindes. Es gibt jeden Tag etwas, das gut ist und wofür man danken kann.

Wie wäre es zudem, sich einmal umzusehen, ob da vielleicht einer ist, der einen Dank verdient hat? Es ist falsch zu denken, dass zu viel Dank die Leute hochmütig macht oder dass man sie verwöhnt. Es ist auch falsch, andern den Dank zu verweigern, weil sich bei einem selbst auch nie einer bedankt hat. Sehe und merke ich denn überhaupt, wenn ein Dank angebracht wäre? Oder pflege ich etwa selbst nur eine mickrige Dankeskultur? Wir haben die Gewohnheit, den Leuten zu sagen, was sie falsch machen, wo sie nicht gut sind oder wann sie uns auf den Keks gehen. Es ist doch so – wenn jemand etwas gut macht oder gut kann oder sich aufopfert und etwas auf sich nimmt, dann sagen wir nichts. Wir nehmen es als selbstverständlich hin. Oder dann machen sich Neid und Eifersucht breit.

Wenn Dank ausbleibt, dann demotiviert das. Man ist dann nicht mehr so leicht bereit, etwas auf sich zu nehmen oder auszuhalten. Unzufriedenheit und Frustration machen sich breit. Wenn wir uns hingegen bedanken und dankbar sind, dann passiert das Gegenteil. Es entstehen positive Gefühle. Wir sollten uns also so verhalten, dass wir positive Signale aussenden, denn sie kommen in irgendeiner Form eines Tages wieder zu uns zurück. Wir sollten es also besser machen und oft daran denken, dass das Danken uns und anderen gut tut. Unsere große Dankbarkeit Gott und Jesus gegenüber für das was er für uns getan hat, sollte sich in unserem Dankbarkeitsverhalten anderen gegenüber widerspiegeln.

Wen wir Gott und den Menschen gegenüber dankbarer werden, wird uns das gut tun. Einander mehr Wertschätzung und Liebe erweisen, wird uns und andere motivieren und in uns und in anderen enorme Kräfte freisetzen. Denn auf dem Danken, da liegt Segen. Dankbarer zu sein wird uns alle bereichern, zufriedener, glücklicher und liebevoller machen. Und es wird uns Jesus ähnlicher werden lassen.

Gott weiß, dass uns Dankbarkeit gut tut und dass auf ihr Segen liegt. Es gebührt ihm auch unser Dank, denn das Danken ehrt ihn. Er fordert uns deshalb in seinem Wort auf, (Eph. 5.20)

…allezeit für alles IHM als unserem Gott und Vater Danke zu sagen, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Amen