Im Emmental hat sich eine Kulturtechnik erhalten, von der ich annahm, dass sie eines Tages aussterben wird. Weil ich sie nicht mochte. Sie hat aber überlebt. Auch Dank einem dänischen Import.
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Heimat – wo das Herz daheim ist
Was Heimat ist
Wie definiert man den Begriff Heimat eigentlich?
Heimat heisst, dass der Mensch zu einem bestimmten Ort oder Raum eine Beziehung hat. Heimat wird als der Platz bezeichnet, wo der Mensch hineingeboren wird, wo er die erste Sozialisation erlebt, wo sein Wesen zuerst geprägt wird. Das Wesen der Heimat beeinflusst unsere Mentalität, die Einstellung der Welt gegenüber und den Charakter. Die Heimat gibt uns eine Identität. Heimat ist also da, wo man sich sicher, geborgen und zu Hause fühlt. Heimat ist dort, wo die Menschen leben, die wir lieben, wo unser Lebensmittelpunkt ist und wo unser Herz daheim ist.
Die Heimat vergisst man nicht
Heimat ist der Ort, wo man gerne zurückgeht, wenn man wegziehen musste oder wollte. Es muss schon Gravierendes vorgefallen sein, wenn jemand die Heimat meidet oder sie ganz vergessen will. Die meisten Menschen lieben ihre Heimat und bleiben ihr zeitlebens verbunden. Nicht wenige sind sehr stolz auf ihren Herkunftsort. Wenn sie auch weggezogen sind, erinnern sie sich in der neuen Heimat doch immer wieder an die alte und alles, was sie damit verbinden, ist ihnen lieb.
Der Verlust der Heimat
Was muss es aber bedeuten, keine Heimat mehr zu haben? Wir, die wir hier so sicher, ruhig und satt leben, haben keine Vorstellung davon. Wir können nicht erahnen, was es heisst, wenn man in der eigenen Heimat nicht mehr sicher ist. Wenn man alles stehen und liegen lassen muss und nur die nackte Haut retten kann.
Sich gedanklich einmal hineinversetzen…
Sehen Sie sich nun einmal in ihrer schönen Wohnung um. Betrachten Sie Ihre tollen Möbel, die hübschen Bilder an den Wänden, die Erinnerungsstücke, die liebevollen Geschenke, die Sie erhalten haben. Schauen Sie sich um und überlegen Sie, welche Dinge Ihnen besonders wertvoll sind. Und dann denken Sie sich aus, wie es wäre, wenn Sie Ihren gepflegten Besitz aufgrund einer Katastrophe innerhalb der nächsten halben Stunde verlassen müssten. Nur mit dem, was Sie gerade auf dem Leib tragen. Im Wissen, dass eine Rückkehr nicht möglich sein wird…
Wir können uns das nicht vorstellen. Es ist unmöglich, unfassbar. Aber solches geschieht vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Millionen müssen fliehen, sie werden verjagt, gejagt und fürchten um ihr Leben. Sie verlieren alles, den Besitz, die Heimat, das Zuhause und ihre Angehörigen. Sie können nichts mitnehmen, keine Erinnerungsstücke, kein Geld, keine Papiere, einfach nichts.
Unvorstellbarer Verlust
Es ist unvorstellbar und nicht auszumalen, was es bedeutet, keine Heimat mehr zu haben, kein Daheim, keinen Ort, wo man sicher ist und sich wohl und geborgen fühlt. Nichts mehr zu besitzen, das einem ganz allein gehört und keinen mehr zu haben, der für einen da ist und sich um einen sorgt. Heimatlosigkeit ist Schutzlosigkeit, fehlende Geborgenheit, mangelnde Sicherheit, Einsamkeit, Heimweh, Angst und nackte Verzweiflung.
Jeder Mensch braucht ein Zuhause
Der Mensch braucht eine irdische Heimat, um psychisch gesund zu bleiben. Er braucht ein sicheres Zuhause und Menschen, die ihn lieben. Gott sagt, dass es nicht gut ist, dass der Mensch alleine ist. Wer sich von den Menschen verlassen fühlt, kann sich auch von Gott verlassen fühlen. Wir haben also eine Verantwortung unserem Schöpfer gegenüber. Denn Gott sagt, dass wir uns um die kümmern sollen, die in Not sind. Wir sollen uns um ihre leiblichen, aber auch um ihre geistlichen Bedürfnisse kümmern und etwas vom Überfluss abgeben. Denn, wissen wir, wie es uns morgen ergehen wird? Ob es hier immer so bleiben wird, wie wir es jetzt haben? Wären wir dann nicht auch froh, wenn man uns helfen würde?
Dankbarkeit ist angesagt
Wir leben in einem wunderschönen und sicheren Land. Im Frühling erfreuen uns die blühenden Wiesen, im Sommer die Seen und Berge. Im Herbst die bunten Wälder und Winter der leuchtende Schnee. Hier sind wir geboren, geborgen und daheim. Es geht uns gut, wir haben ein Zuhause, wie es schöner nicht sein könnte. Das sollte uns dankbar machen. Tragen wir Sorge zum Guten, das wir haben. Vergessen wir die nicht, die es schlechter getroffen haben. Denn, das muss man sich immer vor Augen halten – es ist nicht selbstverständlich, eine Heimat, ein sicheres Zuhause zu haben…
Spätsommer – ist der Hammer!
Die grösste Hitze des Sommers ist vorbei. Aber – noch immer sind die Temperaturen angenehm. Am Morgen ist es schon etwas kühl und abends kann man nicht so mehr lange draussen sitzen. Man stellt fest, dass es um sechs Uhr in der Früh bereits wieder dunkel ist und wertet das als Einbusse an Lebensqualität.
Der Spätsommer ist eine wunderbare Zeit, dieser sanfte, liebliche Übergang in den Herbst. Die Farben verändern sich, das Licht wird weicher, die Sonne steht nicht mehr so hoch, und sie scheint nicht mehr so grell. Es riecht anders. Die Getreidefelder werden abgeerntet…
Die ersten Früchte wie Mirabellen und Klaräpfel sind reif, die Astern und Dahlien beginnen zu blühen und man pflanzt noch einmal Kohlrabi und Salat, den Nachbars Katze gleich wieder ausbuddelt. Nie findet man den Sternenhimmel so klar und schön wie im August und im September. Denn die Sonne sinkt nun früher und tiefer unter den Horizont als im Hochsommer, der helle Dämmerschein im Nordwesten hat abgenommen. Über uns der hellste Stern des Sommerdreiecks, die Wega im Sternbild Leier und viele weitere Sternbilder, deren Namen man vergessen oder gar nie gewusst hat.
Auch die Wolkenbilder verändern sich. Oft sehen sie aus wie Pinselstriche am stahlblauen Himmel. Sie formen sich zu beeindruckenden Gebilden. Sie ziehen vorbei, in eine uns unbekannte Ferne. Man möchte sie aufhalten, das Bild festhalten, aber der leichte Wind, der nun so oft über die Gärten und Felder streicht, nimmt sie mit.
Mit wehendem Haar steht man am Rande des Feldweges und schaut ihnen wehmütig nach. Das Fernweh macht sich breit und man verspürt diese alljährliche wiederkehrende Sehnsucht, dieses schreckliche Ziehen in der Brust, das danach schreit, jetzt noch aufzubrechen, weg zu gehen, irgendwohin, wo man frei ist…
Jeden einzelnen Augenblick, den man noch draussen verbringen kann, geniesst man jetzt ganz bewusst. Man lebt, fühlt und arbeitet intensiv. Jede Minute ist kostbar, stets mit dem kommenden Winter vor Augen, wo man wieder ewig ans Haus gebunden sein wird und gegen den Winterblues ankämpfen muss. Man freut sich innig über die üppig blühenden Blumen, und darüber, dass man tagsüber noch immer barfuß gehen kann. Man staunt, wie das selbst ausgesäte Basilikum gedeiht und wie gross die Blätter der Pflanzen geworden sind. Am Morgen mit Frischkäse auf dem Toast, einfach lecker!
Man muss unbedingt nochmals ins EMMENTAL, um die Blumenpracht auf den schönen Höfen zu bewundern, wie auf demjenigen des Patenkindes. Ein schöner Ort – HEIMAT!
Nochmals im Fluss schwimmen, bevor es zu kalt wird. Hier, am zum Privatstrand erklärten Platz am Ufer der Aare.
Der einzige, der die Ruhe unterbricht, ist der Mann mit dem Boot, der flussaufwärts tuckert.
Am Abend setzt man sich hingegen mit der Fleece-Jacke, einem Glas Wein, Laternen und Teelichtern ins windgeschützte Gartenhaus.
Und bei jeder sich bietenden Gelegenheit schmeißt man den Grill an, isst draussen, hockt vor der Haustür auf der Stufe, auf der Gartenbank oder den Bistrostühlen, werkelt im Garten und freut sich, wenn sich einer dazu gesellt und sich unterhalten will.
Man freut sich über alles Unerwartete, das man entdeckt. Über den Frosch im Teich einer Freundin, der so lange still hält, bis man ihn geknipst hat. Aber – als man ihn küssen will, haut er ab. Da will einer also nicht geküsst werden? Pfui! Weiss er überhaupt, was er verpasst hat? – Nein, sonst wäre er einem bestimmt auf den Schoss gehüpft! – Und weg ist er, der so lange herbeigesehnte Prinz. Wie furchtbar – und so traurig, schluchz…! Wenigstens ein Foto bleibt einem, der grossen Träume winziger Trost…
Die Veränderungen in der Natur beobachtet man argwöhnisch, aufmerksam, in der Hoffnung, dass es noch lange, sehr sehr lange warm und sonnig bleiben wird. Jeden Regentag und jeden Kälteeinbruch betrachtet man als seinen persönlichen Feind, obwohl man weiss, wie nötig Regen ist, und dass dieser auch seine Berechtigung hat. – Aber, noch wünschen wir Socken, Strümpfe und warme Jacken ins Pfefferland…
Ja, der Sommer kommt, der Sommer geht. Jedes Jahr lassen wir ihn wehmütig zurück, mit vielen guten Erinnerungen, schönen Fotos und tollen Erlebnissen, die wir unterwegs, in Wiesen, Wald und Feld gemacht haben. Mit diesen Bildern im Kopf übersteht man die dunkle Jahreszeit besser. Denn, wenn wir an langen Winterabenden die Fotos des Sommers durchsehen, Alben erstellen und aussortieren – können wir uns dankbar an das Schöne erinnern, das hinter uns liegt. – Und uns mit jeder Faser unseres Herzens auf den nächsten SOMMER freuen…

















