Mein Garten

«Frauen lieben Klatschmohn» – Peter Seharsch, hessischer Maler

Von Ferne höre ich der Strasse Lärm,
doch in meinem Garten herrscht viel Frieden,
Wie habe ich das Plätzchen gern,
ich kann es einfach nichts als lieben.

Stets morgens geh ich in den Garten,
dann sind Licht und Farben einfach toll.
Ich kann es jeweils kaum erwarten,
und sehe Blumen die mit Bienen voll.

So wächst in meinem kleinen Reiche bunt,
was ich gepflanzt mit so viel Fleiss.
Wenn die fette Hummel freudig brummt,
dann ist die Freude mir der Preis.

Oft pflücke ich mir einen grossen Strauss,
und trag im Arm die bunten Blüten,
voller Glück hinein ins traute Haus,
und laufe damit rasch zu dem Geliebten.

Dann stehen sie in einer Vase gross
auf dem Schreibtisch so entzückend schön,
ich sitze dann auf seinem Schoss,
und kann so jedes zarte Blättchen sehn.

Fährt durchs Fenster dann der laue Wind,
verteilt süssen Duft in alle Ecken,
küsst er mich so ganz geschwind,
und will mich wegen meiner Blumen necken.

Dann muss entrüstet ich mich schnelle wehren,
denn für den Sommer wurden sie gemacht,
um Genuss fürs Auge zu bescheren,
damit mir Herz und Seele freudig lacht.

Kein Sommer dauert hier das ganze Jahr,
bald doch fallen Laub und Blätter nieder,
dann ist vorbei was herrlich war,
und gedeiht im neuen Jahr erst wieder.

So will ich den Garten stets geniessen,
egal wie man mich damit neckt.
Mich laben an dem frohen Spriessen,
das jedes Jahr von neuem Freude weckt.

Klatschmohn – einfach schön

Ein Bett inmitten von Klatschmohn

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Vor einigen Tagen sprach ich mit ein paar Leuten darüber, wie das einmal im Himmel sein wird. In der Bibel steht nämlich, dass Jesus uns dort eine Wohnung zubereitet. Wir malten uns also aus, wie das dann sein könnte. Die Vorstellung, dass Gottes Sohn das persönlich für uns tut, ist schliesslich absolut umwerfend. „Es wird perfekt sein!“, sagte jemand. Wir versuchten uns vorzustellen, wie unsere persönliche Wohnung dort aussehen wird. Aber es fiel uns schwer. Es war unmöglich, weil es unsere Vorstellungskraft sprengt.

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„Ich werde dort einen kleinen Woll-Laden haben“, sagte eine der anwesenden Damen lächelnd. Jedem fiel etwas ein, das ihm lieb war und das er dort gerne haben würde.

Ich überlegte, was ich besonders mochte, aber mir fiel nichts ein. Der Gedanke, dort noch etwas zu brauchen, erschien mir unsinnig. Bei Gott werden alle unsere Bedürfnisse und Sehnsüchte komplett gestillt sein. Dann aber kam mir in den Sinn, das ich Blumen besonders mochte. Jede Blume ist auf ihre Art und Weise wunderbar. In ihrer vollkommenen Schönheit ist jede Blüte ein Zeugnis für die fantastische Schöpferkraft eines äusserst kreativen Gottes.

„Ich werde dort ein Bett in einem Feld voller Klatschmohn haben! Ein Bett im Mohnfeld!“, erklärte ich. Alle lachten. „Das stelle ich mir wunderbar vor! Ein Blumenfeld für mich allein, das sanft vom Wind hin und her bewegt wird. Meine meine Wohnung wird also vielleicht voller Blumen sein!“

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Keiner weiss, wie das genau sein wird. Ich vermute aber, dass jede Blüte, die wir zu Gesicht bekommen, ein Hinweis auf das zu erwartende Unfassbare und Herrliche ist, das uns im Himmel vorbereitet wird.

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