EMMENTAL – Land zwischen Brauchtum, Tradition und Moderne
Kleine Foto-Tour
Immer im Juni findet der Gotthelf-Märit in Sumiswald im Emmental, Kanton Bern, statt. Der Markt in Sumiswald gehört zu den schönsten Märkten, die es in der Schweiz gibt.
Sumiswald bietet sich mit dem alten Dorfkern, den wunderschönen und typischen Häusern geradezu an, hier einen historischen abzuhalten. Zahllose Stände laden ein, fast vergessenes Handwerk in Erinnerung zu rufen. Korbmacher, Strohflechter, Drechsler, Seifenmacher, Klöpplerinnen, Töpfer, Waschweiber, Holzschnitzer und viele andere zeigen ihr grossartiges Können und bewahren jahrhundertealte Handfertigkeit vor dem Vergessen.
Viele Besucher und Marktfahrer tragen stolz ihre Tracht oder historische Kostüme aus der Zeit Gotthelfs.
Als der Markt um halb neun Uhr eröffnet wird, strömen bereits grosse Scharen ins Dorf. Für Unterhaltung ist gesorgt und sie repräsentiert reines, altes Brauchtum, das weiter gepflegt werden will. Erfreulich viele Kinder und junge Leute sind in den traditionellen Vereinen aktiv. In der Trachtengruppe, der Dorfmusik, im Schwingclub. Smartphone und Kleidertracht schliessen sich also nicht aus. Die Besucher sehen Volkstanz, Fahnenschwingen, hören Jodellieder, Zitherspiel, Alphornbläser, den Kinderchor in Tracht.
Auch das Schwingen der Jungen fehlt nicht. Schwingen – der schweizerische Nationalsport schlechthin. Wie die Grossen gehen auch die Kleinen in Edelweisshemd und Schwingerhose den Wettkampf mit grossem Ernst an.
Der Markt ist auch eine kulinarische Fundgrube. Köstlichen Käse, Wurst, Honig, Gewürze, Obst, Gebäck, Brot, Wein, Schnaps, alles von fleissigen Händen aus der Region hergestellt.
Die Vielfalt und der angebotenen und ausgestellten Produkte ist eine Augenweide. Die Menschenmenge nimmt zu, man tritt sich auf die Füsse, aber das tut der guten Laune keinen Abbruch.
Wer könnte jetzt hier auch schlechte Laune haben? Da ist einer, der mir anbietet, seinen Käse zu kosten, dort einer, der dasselbe mit seiner leckeren Rauchwurst tut, und dazwischen überall Tische und Bänke, wo man etwas essen und trinken, sich ausruhen und den Treiben zusehen kann.
Der Emmentaler hat echt keinen Grund, schlechte Laune zu haben. Er hat nicht nur schöne Märkte und die schönsten und fleissigsten Frauen weit und breit. Er hat auch ein Brauchtum, das es wert ist, erhalten zu werden. Er hat das Glück, in einer der wundervollsten Gegenden der Welt zu leben.
EMMENTAL – das bedeutet nicht nur Heimat, sondern für mich stets ein kleines Stück Paradies auf Erden.
Der nächst Gotthelf-Märit findet am 13. Juni 2015 statt.



















