Es ist herrlich, im Sommer draussen vor dem Haus am schweren Mosaikgartentisch zu sitzen. Der Sonnenschirm ist aufgespannt, die Blumen blühen um die Wette – Geranien, Phlox, Gladiolen, Schmetterlingsblumen, Lavendel, Rosen, roter und gelber Sonnenhut. Bienen summen, Schmetterlinge flattern von Blüte zu Blüte und auf dem grossen, roten Sonnenhut hocken auf einer einzigen Blume manchmal bis zu drei Hummeln. Sie zeigen allen, die sie fotografieren wollen, respektlos ihre rundlichen, kleinen und flauschigen Hinterteile.

Spaziergänger gehen vorbei. Leute, die einen Hund an der Leine führen, einen Kinderwagen schieben oder schlendernd Musik hören. Einige radeln die Strasse entlang, und andere joggen. Oft werfen sie einen Blick in den Garten und dann huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Sie grüssen freundlich und man erwidert den Gruss. Der Garten verströmt ein Gefühl von Geborgenheit, seine Schönheit fasziniert die Menschen, und oft bleibt jemand stehen und beginnt ein Gespräch. Man bewundert die englische Kletterrose, die fast vier Meter hoch ist und zieht ihren Duft ein.

Man betont, wie gut hier die Geranien gedeihen und staunt, dass die Pfirsiche enorm gross geraten sind. Man fragt, ob das hier ein Olivenbaum ist, ob in dem Topf daneben Lorbeer wächst und ob die reifen Zitrusfrüchte denn auch geniessbar seien? Manchmal folgt daraufhin eine Einladung zum Kaffee. Oder zu einem Glas Wein und einem tiefer gehenden Austausch. Man bekommt unerwartet Einblick ins Leben anderer. Man hört von ihren Sorgen, Ängsten und Kümmernissen, aber auch von ergreifenden Ereignissen, die glücklich machen und Freude bereiten.
Manchmal aber verkommt der Garten zum Kriegsschauplatz. Wenn fremde Katzen ihre Häufchen neben dem Kopfsalat, den man essen möchte, in die Erde einbuddeln. Wenn Mehltau Phlox und Gurken befällt, Sternrusstau und Blattläuse die Rosen angreifen und sich der Pfirsichwickler einnistet. Wenn dann noch eine Maus meint, ohne Baubewilligung im Garten einfach so unter dem wertvollen Buchsbaum einen Hauptbahnhof mit einem weitverzweigten Tunnelsystem anlegen zu dürfen, dann gibt das Ärger. Dieser Garten gehört nicht ihr! Niemand frisst ungestraft die kostbaren Blumenzwiebeln, für die man früher ganze Königreiche dahin gab. Keiner vergreift sich ohne Folgen an den Wurzeln von Sonnenhut und Salat! Das ist eine eindeutige Kriegserklärung. Dann wird gehandelt, mit allen erlaubten Mitteln. Mit mehr oder weniger Erfolg, unter dem Applaus von Nachbarn, die zugucken, wie man der flüchtenden Maus mit dem Spaten hinterher rennt, und sie doch nicht erwischt.

Ja, dieser Maus, die sich auf den weissen Fellteppich in Nachbars Wohnung gewagt hat und zur Untermiete im hauseigenen Komposthaufen wohnt. Man rät, den Kompost anzuzünden, aber Philanthropen tun so etwas niemals. Sie rufen den ortsansässigen Naturschützer und der weiss Rat. Einfach den Kompost umschütten. Die Maus zieht daraufhin mit Kind und Kegel aus und im Komposthaufen des Nachbarn ein. Der Fachmann vergisst vor lauter mäuseschonender Infos zu sagen, dass spätestens dann, wenn der Nachbar die neuen Mieter loswerden will und er seinen Kompost umschüttet, die Maus dann wieder in die alte Heimat zieht…
Der Einbruch des Winters leitet meistens die jährliche Waffenruhe ein, und die Kampfhandlungen werden eingestellt. Bis im Frühjahr.
Es ist ein Privileg, einen eigenen Garten zu besitzen. Er gibt zwar das ganze Jahr Arbeit, aber es bedeutet auch, im Sommer zusätzlichen Wohnraum zur Verfügung zu haben. Hier schmeißt man den Grill an, feiert Partys, guckt verträumt in den sternenübersäten Abendhimmel, sitzt bei Kerzenschein im Gartenhaus, pflückt Basilikum, frische Gurken und Obst, und liegt mit einem Buch auf einer Liege unter dem Apfelbaum.
Es ist eine Art kleines, privates Mini-Paradies. Es gibt uns eine klitzekleine Vorahnung davon, wie das himmlische Paradies sein wird. Diesen eigenen, irdischen und hübschen Ort der Freude und des mehrheitlichen Friedens mit andern geniessen und teilen zu dürfen – ach, das ist einfach PARADIESISCH.




Liebe Marianne, ein herzliches Dankeschön für deine Worte und Bilder, du reich begabte Künstlerin! Ja. auch ich freue mich auf ein Paradies ohne Wermutstropfen! Sei lieb gegrüsst, Gott segne dich, Christine
Hallo Marianne
Wollte dich nur kurz informieren, dass euer Sitzplatz jetzt als mein Desktop-Hintergrund glänzt. Ist einfach eine Super-Aussicht…
Mit freundlichen Grüssen
Walter Plüss Sekretariat und Buchhaltung Evang. Stadtmission Vogesenstrasse 28 4056 Basel 061 383 03 33 wp@stadtmission-bs.ch http://www.stadtmission-bs.ch
Bitte denken Sie an die Umwelt, bevor Sie diese E-Mail ausdrucken.
Diese E-Mail (wie auch allfällige Anhänge dazu) enthält vertrauliche und/oder rechtlich geschützte Informationen. Wenn Sie nicht der richtige Adressat sind oder diese E-Mail irrtümlich erhalten haben, informieren Sie bitte sofort den Absender und vernichten Sie diese Mail.